Re-Forming Materials – The Human Impact
Re-Forming Materials beschäftigt sich mit den materiellen Spuren, die der Mensch im Laufe seiner Geschichte auf der Erde hinterlassen hat. Die Installation macht sichtbar, wie tiefgreifend menschliche Eingriffe inzwischen die geologischen Prozesse unseres Planeten beeinflussen. Der stetig wachsende Verbrauch von Rohstoffen und Baumaterialien hat dazu geführt, dass sich die Zusammensetzung der Erdoberfläche nachhaltig verändert. Allein die Menge an verbautem Beton entspricht heute durchschnittlich etwa einem Kilogramm pro Quadratmeter Erdoberfläche.
Durch Bauprozesse, industrielle Produktion, Bergbau, Deponien und die Verwitterung von Materialien entstehen neue Minerale und mineralähnliche Stoffe, die ohne menschliches Zutun nicht existieren würden. Mittlerweile werden mehr als 200 der weltweit bekannten Minerale als anthropogenen Ursprungs eingestuft. Gemeinsam mit sogenannten Technofossilien bilden sie die materiellen Zeugnisse des Anthropozäns – jenes Erdzeitalters, in dem der Mensch zu einem prägenden geologischen Faktor geworden ist.
Die Installation übersetzt diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in eine eindrucksvolle räumliche Erfahrung. Im Raum schwebt eine Wolke aus anthropogenen Mineralen, die wie meteoritenartige Artefakte erscheint. Die filigranen Objekte stehen für jene Materialien, die durch gezielt gesteuerte menschliche Prozesse entstanden sind. Ihnen gegenüber stehen empfindliche Minerale am Boden, die als unbeabsichtigte Nebenprodukte menschlicher Aktivitäten entstanden sind. Informationen zu ihren Fundorten und Entstehungsprozessen ergänzen die Installation und verdeutlichen die enge Verflechtung von Natur, Technologie und menschlichem Handeln.
Als Teil der Architekturbiennale 2025 lädt Re-Forming Materials dazu ein, die gebaute Umwelt nicht nur als kulturelle oder technische Leistung zu betrachten, sondern auch als geologische Kraft. Die Arbeit eröffnet damit einen neuen Blick auf die langfristigen Folgen menschlicher Existenz und stellt die Frage, welche materiellen Spuren unsere Gegenwart für zukünftige Generationen hinterlassen wird.
Mitwirkende: Jürgen Lehmeier, René Rissland, Robert M. Hazen, Martina Dietrich, Sofia Pfister und Matthias Massari
Verwendete Materialien: Stahl, Mineralien, LED-Licht, digitale Medien