Das Korkhaus
Mitarbeiter: Jürgen Lehmeier, Sebastian Freyer, Diana Dinkel
Bauweise: Holzbauweise
BGF: 26,3qm
Neue Wohnfläche: ca. 21 qm
Auszeichnung: Klima Kultur Kompetenz – Bayerische Architektenkammer
Das Grundstück ist durch ein Einfamilienhaus mit gefaltetem Dach und einer Fassade aus Cortenstahl geprägt. Ziel der Bauaufgabe war es, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und den Bestand weiterzuentwickeln, ohne dessen Eigenständigkeit oder den Ensemblecharakter des Grundstücks zu verlieren. Der Entwurf sieht einen kompakten Anbau vor, dessen Giebelseite zur Straße orientiert ist und sich in Maßstab und Typologie an der Umgebung orientiert. Der neue Baukörper ordnet sich dem Haupthaus unter und tritt nicht in Konkurrenz zu ihm. Die Fassade aus braun-rötlicher Korkdämmung greift die Farbigkeit des Cortenstahls auf, wirkt jedoch ruhiger und materialgerecht. Bestand und Neubau bleiben eigenständig ablesbar und werden zugleich als zusammengehöriges Ensemble wahrgenommen.
Im Erdgeschoss entsteht ein offener Wohnraum, ergänzt durch ein kleines WC unter der Treppe. Eine Galerie verbindet die Ebenen und erzeugt trotz der geringen Grundfläche räumliche Weite. Die Grundrissorganisation folgt dem Prinzip der Reduktion: wenige Räume, klare Bezüge und eine einfache Erschließung.
Der Anbau ist in Holzbauweise als Holzständerkonstruktion ausgeführt. Holzständerwände mit sichtbarer Korkdämmung bilden einen einfachen, diffusionsoffenen Wandaufbau. Die Konstruktion ist auf das Wesentliche reduziert und bleibt in ihrer Schichtung ablesbar. Wand- und Deckenflächen sind konstruktiv gedacht und übernehmen zugleich den raumseitigen Abschluss.
Der Anbau verfügt über eine eigenständige Haustechnik, die vollständig in der Treppe integriert ist und im Wohnraum nicht in Erscheinung tritt. Dadurch kann auf zusätzliche Technik- oder Nebenräume verzichtet werden, und der Wohnraum bleibt flexibel nutzbar. Der Neubau ist als kompakter, präzise gefügter Baustein konzipiert, der sich konstruktiv und gestalterisch an den Bestand anlehnt und als eigenständiges Element lesbar bleibt. Der Entwurf setzt auf eine reduzierte Konstruktion, langlebige und nachwachsende Materialien sowie einen sparsamen Umgang mit Fläche und Ressourcen.
Team: Jürgen Lehmeier, Diana Dinkel, Sebastian Freyer, Elisabeth Miller
Fertigstellung: Oktober 2025