BE A HUMAN – Erinnerung an jüdisches Leben, Volprechtstraße

Jürgen Lehmeier, Eduard Klotz, Benedikt Weigmann, Carmen Selaru

 

Baufeld: 4qm Baumscheibe

Erinnerungsstätte an eine vertriebene jüdische Familie.

Video Stolperstreine BR3

Es wird nicht mit Tod und morbiden Elementen operiert sondern mit dem Prinzip Hoffnung und Neuanfang.

Nachfahren der ehemaligen Eigentümer kamen zum Haus um ein Kapitel abzuschießen. Stattdessen öffnete sich mit den jetzigen Besitzern ein neues. Die letzte Erinnerung der Familie an das Haus ist eine Pappschachtel. Darin ist nichts von Wert, jedoch für die Familie ein unbezahlbarer Schatz.

Die Schachtel ist geöffnet und bepflanzt. Durch die Machart und das Format ist es ganz offensichtlich kein gängiges Utensil des öffentlichen Raumes und wird dadurch auch als Besonderheit erkannt. Der Inhalt der Schachtel ist lebendig. Im Unterteil wird Getreide gepflanzt, das auch geerntet werden kann, den Deckel durchdringt ein Baum.

Mit Beratung der jüdischen Gemeinde in Nürnberg wurde als beständige Pflanze mit Verbindung zum jüdischen Leben der Feigenbaum gewählt. Er trägt bereits Früchte, die von den Besuchern und Bewohnern im Viertel geerntet werden können.

Auch das Korn spielt im jüdischen Leben eine zentrale Rolle und so fiel die Wahl für die erste Bepflanzung auf eine sehr alte Sorte. Das Einkorn. Es wurde bereits vor 8000 Jahren domestiziert. Es zählt zu den Urgetreiden und gedeiht auf nährstoffarmen Böden auch unter schwierigen Bedingungen. Man könnte sagen es spiegelt die Geschichte um die Familien der Volprechstraße 21 gut wieder.